Mit diesem Post wollen wir euch einen groben Überblick über all die Themen geben, die wir über die Wintersemesterferien 2026 bearbeitet haben. Für Nachfragen oder Details zu einzelnen Punkten könnt ihr euch jederzeit bei uns melden oder in Sitzung und Sprechstunde vorbeikommen. 

Wir hoffen ihr hattet einen guten Start ins neue Semester!

– Euer StuRaMed-Team

KEINE NAZIS IN DER KLINIK

Kritische Erinnerungskultur in der Gynäkologie des Uniklinikums

Entfernung von NS-Büsten

Die Büsten von drei Gynäkologen, die in Verbindung mit dem NS-Regime standen, wurden auf Drängen der Klinikleitung, Frau Prof. Aktas, aus dem Wartebereich der gynäkologischen Ambulanz entfernt. Trotz einigen Widerspruchs konnte sie das Vorhaben durchsetzen. Die Büsten wurden in ein Archiv der Universität gebracht und der Wartebereich soll nun umgestaltet werden. Wie die Wand zukünftig gestaltet werden soll, ist noch offen. 

Stellungnahme

Wir unterstützen die aktive und kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit unserer Universitätskliniken. Es ist unabdingbar, dass wir uns unserer historischer Verantwortung bewusst sind und keine Mühe scheuen, dieser gerecht zu werden. 

Wir fordern, dass Vorhaben wie dieses zukünftig auch von der UKL-Leitung unterstützt und gefördert werden, damit unsere Unikliniken und die Medizin, die dort praktiziert wird, einem humanistischem Menschenbild folgen. 

Wer?

Walter Stoeckel (1871-1961)

Er war während der Weimarer Republik einer der führenden deutschen Gynäkologen und spätestens mit der Berufung an die Berliner Universitätsfrauenklinik 1926 war er am Höhepunkt seiner Karriere angekommen. Später hat er die bevölkerungspolitischen Ziele des NS-Regimes ausdrücklich begrüßt und 1933 aktiv die Gleichschaltung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe betrieben. Außerdem war Stoeckel Mitglied des Nationalsozialistischen Deutschen Dozentenbundes und behandelnder Arzt von Magda Goebbels. In seinen Lehrbüchern wird seine positive Haltungen gegenüber Zwangssterilisation aus eugenischen Gründen deutlich.

Hugo Sellheim (1871-1936)

Nach Stationen in Düsseldorf, Tübingen und Halle wechselte Sellheim 1926 an die Universität Leipzig. Er veröffentlichte zahlreiche Arbeiten zur »Geburtsmechanik«, verfasste verschiedene Anleitungen für die Geburtshilfe und publizierte zum Dilemma des Schwangerschaftsabbruches. In der Zeit des Nationalsozialismus war er unter anderem förderndes Mitglied der SS, der SA-Reserve I und des Nationalsozialistischen Lehrerbundes. Als Leiter der Frauenklinik der Universität Leipzig war Sellheim an Zwangssterilisationen beteiligt, die zur Durchsetzung der nationalsozialistischen „Rassenhygiene“ 1933 im „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ legitimiert worden waren. 

Robert Schröder (1884-1959)

Robert Schröder wurde insbesondere durch seine ab 1915 durchgeführten Studien über die Physiologie und Pathologie der Menstruation bekannt. Nachdem er 1922 als Nachfolger Walter Stoeckels in Kiel berufen wurde, besetzte er ab 1936 als Nachfolger Hugo Sellheims die Leitung der Universitätsfrauenklinik in Leipzig.
Er war ab 1933 Mitglied der NSDAP, des NS-Ärztebundes und des NS-Dozentenbundes.

Quellen

Stöckel: https://denkmaeler.charite.de/stoeckel/person.html, https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Stoeckel

Sellheim: https://www.catalogus-professorum-halensis.de/sellheimhugo.html, https://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_Sellheim

Schröder: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Schröder_(Mediziner) https://www.bbaw.de/die-akademie/akademie-historische-aspekte/mitglieder-historisch/historisches-mitglied-robert-schroeder-2491

Historie: Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Fischer Taschenbuch Verlag, Zweite aktualisierte Auflage, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-596-16048-8, S. 561

 

 

Neujahresempfang

Am 23. Februar fand erneut der Neujahrsempfang der Universitätsmedizin Leipzig statt. Stellvertretend für die Studierenden waren die studentischen Vertreter*innen des Fakultätsrats für Medizin (Luise und Lotta) und für die Pharmazie (Lukas S.), sowie Ella vom StuRaMed eingeladen. 

Dabei hatten wir die Gelegenheit mit einigen Vertreter*innen von Fakultät und UKL  über aktuelle Themen zu sprechen und wieder mit einigen Landtagsabgeordneten ins Gespräch zu kommen und auch das Faire PJ zu thematisieren.  

Aufbauend darauf, haben wir nun auch einen Termin für ein gemeinsames Treffen mit Frau Schaper von der Linken vereinbart, der im Juni ansteht.