Teddybär-Krankenhaus Leipzig

Logo des Teddybär-KrankenhausesEin Besuch beim Arzt ist für die wenigsten Menschen ein angenehmes Ereignis. Versetzt man sich in die Welt eines Kindergarten- bzw. Vorschulkindes, so ist dieses Erlebnis häufig eine schlimme Erfahrung: die fremden Gegenstände, das Gefühl, dem Arzt ausgeliefert zu sein und vor allem Angst, weil sie die Untersuchungsmethoden nicht kennen bzw. deren Sinn nicht verstehen.

Das Teddybär-Krankenhaus ist ein Projekt ehrenamtlicher Studierender, bei dem Kinder im Kindergartenalter mit ihrem Stofftier, für das sie sich zuvor eine Krankheit überlegt haben, zu den Medizinstudenten („Teddy-Ärzten“) kommen, um das Kuscheltier behandeln zu lassen. Ziel des Projektes ist es den Kindern so spielerisch den Arztbesuch näher zu bringen und so die Angst davor zu nehmen.

Das aus Skandinavien stammende Konzept ermöglicht Kindern in Rahmen eines Rollenspieles so einen Termin beim Arzt aus einer Beobachterrolle zu erleben, wobei die Kinder natürlich auch aktiv werden dürfen und zusammen mit dem Teddyarzt ihr Kuscheltier untersuchen können. Wenn man selbst einmal ein Stethoskop ausprobiert und damit seinen Herzschlag gehört hat, verliert dieses außerirdisch aussehnende Instrument gleich seine angsteinflößende Wirkung. Inzwischen gibt es das Projekt an fast allen medizinischen Fakultäten in Deutschland in unterschiedlichen Varianten.

In Leipzig wurde das Teddybär-Krankenhaus Mitte der neunziger Jahre von Leipziger Medizinstudenten initiiert und kooperiert derzeit mit über 70 Kindergärten im Raum Leipzig.

Über das Studienjahr verteilt besuchen wir die Kitas mit unserem Projekt und bieten vor Ort eine Teddyarzt-Sprechstunde an.

Seit 2011 findet außerdem einmal jährlich das Sommerfest des Teddybär-Krankenhauses statt.

Da es sich um ein soziales Projekt handelt, ist ein Besuch des Teddybär-Krankenhauses Leipzig immer kostenlos.

Hausbesuche in den Kitas

Untersuchung eines TeddyWir besuchen über das Studienjahr verteilt Kindergärten oder Kinderfeste in Leipzig und verarzten gemeinsam mit den Kindern ihre „kranken“ Plüschtiere. Dieses Rollenspiel ermöglicht dem Kind einen Arztbesuch aus der Sicht einer nicht direkt am Geschehen beteiligten Person. Das Kuscheltier übernimmt die Rolle des Patienten. Die Einbindung des Kindes als „Elternteil“ des Patienten garantiert eine gewisse Aufmerksamkeit, lässt dem Kind aber, vor allem bei der Untersuchung und Behandlung, genug Raum sich zurückzuziehen. Je nach Wunsch des Kindes reicht seine Rolle hier vom stillen Beobachter über den Assistenten des Teddy-Arztes bis hin zum aktiven Untersucher.

Näheres zum Ablauf

Alles beginnt mit der Anamnese. Das Kind als „Aufsichtsperson“ berichtet von den Beschwerden, mit denen das Kuscheltier zum Teddy-Arzt kommt. Das kann beispielsweise ein gebrochener Arm nach einem Sturz oder eine Erkältung sein. Neben dem Erheben der Krankheitszeichen, bietet das Gespräch dem Teddy-Arzt Gelegenheit das Kind einzuschätzen. Zum einen gilt es die Bereitschaft des Kindes zu erfühlen, sich auf das Rollenspiel einzulassen. Zum anderen kann der Teddy-Arzt das Vorwissen des Kindes einschätzen.

geröngter TeddyDas nächste Element ist die körperliche Untersuchung des Kuscheltieres. Der Teddy-Arzt erklärt dem Kind jeden Handgriff und es wird zum Mitmachen angeregt. Besonderer Wert wird auf die Demonstration von Untersuchungen gelegt, die normalerweise außerhalb des Blickfeldes des Kindes stattfinden und daher beim Besuch des Kinderarztes als besonders bedrohlich wahrgenommen werden. Hierzu gehören vor allem die Untersuchung der Ohren mit dem Otoskop und die Inspektion des Mund-Rachenraumes mit einem Zungenspatel.
Für erkrankte Teddybären steht neben der körperlichen Untersuchung auch ein Röntgengerät zu Verfügung, das „echte“ Röntgenaufnahmen produziert, um einen gebrochenen Knochen oder Gummibärchen im Bauch sichtbar zu machen.

Gemeinsam mit dem Kind wird nun die Diagnose gestellt und die Behandlung des Plüschtieres geplant. Ebenso wie die Diagnose wird auch die Therapie dem individuellen Niveau des Kindes entsprechend vermittelt. Das Therapierepertoire eines Teddy-Arztes reicht von Ernährungsempfehlungen über Bettruhe, Schonung und Vorsingen bis hin zu gemeinsamen körperlichen Aktivität. Auch ein Verband kann angelegt werden. Auf Medikamentengabe sowie die Gabe von Süßigkeiten als Medizin wird bewusst verzichtet. Behandlungsempfehlungen für zu Hause werden in Bildsprache auf ein Rezept gemalt.

Bitte kontaktieren Sie uns, wenn Sie sich für einen Hausbesuch in Ihrer Kita interessieren. Wir informieren Sie dann, wann wieder ein Termin frei ist. Wir bitten Sie dabei um Verständnis, dass ein solcher Termin aus personellen Kapazitätsgründen meist nicht sofort möglich ist.

Sommerfest des Teddybär-Krankenhauses

Einmal jährlich findet das Teddybär-Krankenhaus Leipzig in den Räumlichkeiten des Studienzentrums der Universität Leipzig (Liebigstraße 27, 04103 Leipzig) statt.

Dazu laden wir über drei Tage verteilt die Kitas aus dem Raum Leipzigs ein, uns zu besuchen. An einem der Nachmittage sind außerdem alle Kinder zwischen 4 und 7 Jahren eingeladen, bei uns mit ihren Eltern vorbeizukommen.

Auf mehreren Stationen werden die Kinder mit dem Ablauf eines Klinikaufenthaltes vertraut gemacht. Die Kinder werden zunächst in 10er-Gruppen eingeteilt. Im Rotationsprinzip können die einzelnen Gruppen dann fünf verschiedene Stationen besuchen.

Zum einen können die Kinder die Teddy-Ärzte besuchen. Spielerisch wird das eigene Kuscheltier untersucht und behandelt, sowie ein Rezept erarbeitet, dass in einer Apotheke eingelöst werden kann. Mehr zum Ablauf.

Des Weiteren wird ein OP-Raum besichtigt, in welchem der Ablauf einer OP szenisch und interaktiv mit den Kindern dargestellt und unter anderem die Wichtigkeit von Hygiene vermittelt wird und OP-Kleidung anprobiert werden darf.

Kenntnisse über einige Organe mit ihren Funktionen vermitteln wir den Kindern spielerisch an einem 1,30 m großen „Organteddy“. Ein besonderes Highlight ist die Besichtigung eines Rettungswagens von Innen.

Teddy-Ärzte

Wir sind eine Gruppe ehrenamtlich tätiger Medizinstudierender der Universität Leipzig, die sich monatlich treffen, um das Teddybär-Krankenhaus an der Universität Leipzig im Sommer vorzubereiten.

Für die Hausbesuche und besonders das Sommerfest benötigen wir immer viele Helfer und Unterstützer aus allen Semestern.

Die Tätigkeit als Teddy-Arzt bringt sehr viel Spaß mit sich und nebenbei sammelt außerdem man Erfahrung im Umgang mit Kindern.

Wenn Du Interesse hast bei uns mitzuwirken, uns als Teddyarzt zu unterstützten oder nähere Fragen zum Projekt hast, freuen wir uns über deine Mail!

Aktuelles

Informationen zum nächsten Sommerfest des Teddybär-Krankenhauses geben wir rechtzzeitig an dieser Stelle bekannt.

Kontakt

Haben wir das Interesse für das Teddybär-Krankenhaus Leipzig geweckt? Für Fragen und Anregungen stehen wir gerne zu Verfügung. Leider sind wir telefonisch nicht erreichbar, beantworten aber so schnell wie möglich Ihre Mails und rufen auf Anfrage gern zurück. Kontaktperson: Stefanie Sicker

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tbh-leipzig@web.de


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